Zwei mal zwei Pinguine sind im NaturZoo Rheine eingeschult worden. Vier Humboldt-Pinguine sind in diesem Jahr geschlüpft, und nun sind aus den Nestern und von ihren Eltern umgezogen in die Obhut der Tierpflegerinnen. In einem Raum an der Pinguin-Anlage, der für die Zoobesucher einsehbar ist, haben sie jeweils zu zweit „Laufställe“ bezogen. Hier erfahren sie nun die Umstellung der Fütterung: Bisher hatten sie von ihren Eltern den hochgewürgten Fisch von Schnabel zu Schnabel erhalten, nun gibt es Hering aus den Händen der Tierpfleger. Genau deshalb müssen die Jungen, die nun ein Alter von 8 Wochen haben, eben “in die Schule gehen“, denn in diesem Alter lernen sie am besten die Umstellung. Für das weitere Zoo-Leben lernen: Erst Fisch aus der Hand, dann Fisch aus Hand unter Wasser in einem kleinen Becken und schließlich Fisch aus dem Becken ohne tierpflegerische Hilfestellung.

Die Schulzeit dauert so lange, bis die Jungen durchgemausert sind, also ihr flauschiges Dunenkleid gegen den „Taucheranzug“ aus kleinen, die Körperoberfläche vor Wasser abdichtenden Federn getauscht gewechselt haben. Erst dann  geht es zurück in die Pinguin-Kolonie, oder ein Umzug in einen anderen Zoo steht an.

Die Humboldt-Pinguine im NaturZoo züchten seit rund 35 Jahren alljährlich nach. Viele Gruppen in anderen Zoos gehen auf diese erfolgreiche Zucht zurück. Während die Bestände im Freiland, den Küsten Chiles und Perus, durch Überfischung der Gewässer und Zerstörung der Brutplätze hochbedroht sind, ist die Anzahl der Humboldt-Pinguine in Zoos durch Nachzucht kontinuierlich auf weit über 1.000 Tiere gestiegen. Das europäische Zuchtprogramm (EEP) reguliert die Nachzucht dahin gehend, dass möglichst alle Blutlinien gleichmäßig vertreten sind. Von daher sind „nur“ vier junge Pinguine genau die vom EEP geforderten Wunschkinder. Und die bereiten den  menschlichen „Lehrerinnen“ in der Pinguin-Schule auch genug Arbeit.

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